Akademischer Weiterbildungsverbund Bochum gegründet!

Basisversorgung und enger Kontakt zur Universität

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Partner im Akademischen Weiterbildungsverbund der Ruhr-Universität Bochum: (v.l.) Christian Deppe (Hausärztenetz), Dr. Bert Huenges, Prof. Dr. Herbert Rusche (Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-universität Bochum), Daniel Gohres, Franz-Rainer Kellerhoff, Prof. Dr. Peter Altmeyer und Prof. Dr. Wolfgang E. Schmidt (St. Josef-Hospital). Bernhard Schulte, Ressortleiter Aus- und Weiterbildung der ÄKWL (3.v.r.), begleitete die Entstehung des Verbundes für die Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Ein Krankenhaus-Partner, der fast alle Disziplinen bietet, direkte Anbindung an die  Ruhr-Universität und erfahrene Lehrpraxen – der jüngste der 56 allgemeinmedizinischen Weiterbildungsverbünde in Westfalen-Lippe kann bereits zum Start etliche Pluspunkte auf der Haben-seite verbuchen. Anfang Juni unterzeichneten die St. Josef- und St. Elisabeth GmbH, das Bochumer Hausärztenetz und die Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-universität Bochum die  Kooperationsvereinbarung  zum „Akademischen Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin der Ruhr-universität  Bochum“. Der Verbund soll die hausärztliche Versorgung Bochums langfristig sichern helfen.

Bochumer Besonderheit  für eine qualitativ hochwertige Weiterbildung ist ein von der Abteilung für Allgemeinmedizin  der  Ruhr-Universität  erarbeitetes  Curriculum,  eine Kursweiterbildung, die die Weiterbildungsassistenten im Verbund durchlaufen werden. An „Return Days“ sind sie jeweils für einen Tag im Monat für Fortbildungsaktivitäten vom Dienst im Krankenhaus bzw. in der Praxis freigestellt. Ziel sei eine „Weiterbildung  nach Maß“,  so Prof. Dr. Herbert Rusche, Leiter der Abteilung für Allgemeinmedizin – die koordinierte Weiterbildung im Verbund komme den Assistenten unmittelbar zugute.

Weiterer  Bestandteil  des  Bochumer  Verbundes ist die Begleitung der Weiterbildungsassistenten  durch  Mentoren. Die ambulanten Abschnitte der Weiterbildung sollen in akademischen  Lehrpraxen der Ruhr-Universität erbracht  werden – die Kooperationspartner legen  in  ihrer  Vereinbarung  Wert  nicht  nur auf medizinisch-fachliche, sondern auch auf nachgewiesene didaktische Qualifikation der Weiterbilder.

„Die Hälfte aller Bochumer Hausärzte scheidet in den nächsten zehn Jahren aus der  Praxis aus“, begründete Christian Deppe, stellvertretender Vorsitzender des Hausärztenetzes, bei der Vertragsunterzeichnung  die Motivation seiner Kolleginnen und Kollegen, aktiv Nachwuchsförderung  zu betreiben. Zudem  biete der Verbund von St. Josef- und St. Elisabeth Hospital, St. Maria-Hilf-Krankenhaus und Klinik Blankenstein viele Disziplinen, die für die hausärztliche Versorgung interessant seien. „Ein  breites Feld,  auf dem Basisversorgung betrieben wird.“

Die erste Weiterbildungsassistentin im Verbundmodell habe bereits ihren Dienst im St. Josef-Hospital angetreten, erläuterte Prof. Dr.Wolfgang E. Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik. und Ärztlicher Geschäftsführer Prof. Dr. Peter Altmeyer hob hervor, dass die Weiterbildung im Verbund mit ihren verschiedenen Stationen bereits früh die Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Hausärzten legen könne.

Strukturierte Weiterbildungsabschnitte, die zeitverlustfrei aneinander gereiht werden können, Vertrags- und Planungssicherheit und die Möglichkeit zum Quereinstieg bis ins dritte Weiterbildungsjahr gehören ebenso zu den Merkmalen des Bochumer Verbundes wie die Möglichkeit zur teilzeit-Arbeit und Kinderbetreuung nach den Erfordernissen der Dienstzeiten. Auch eine Begleitung von Promotionen ist möglich.

 

Kammer und RUB bereiten Wiedereinsteiger auf Facharzt-Prüfung Allgemeinmedizin vor

Sehr gut nachgefragt waren die erstmals von Ärztekammer WL und Ruhr-Universität Bochum gemeinsam geplanten und durchgeführten Vorbereitungskurse für die Facharzt-Prüfung Allgemeinmedizin.  Die TeilnehmerInnen waren einerseits berufliche „Umsteiger“, die schon jahrelange Erfahrung in fachärztlichen Spezialgebieten hatten und sich jetzt als Basisversorger niederlassen wollten, andererseits WiedereinsteigerInnen, die z.B. nach langjähriger Tätigkeit für Familie und Erziehung den beruflichen Anschluss wiederfinden oder  auch als Weiterbildungsassistenten/innen sich den „letzten Schliff“ für die anstehende Prüfung holen wollten.  Diese an sich inhomogene Gruppe erarbeitete in  einem neuartigen und erfolgreichen Konzept  typische Beratungsanlässe mit konkreten Patientenfällen  in Kleingruppen, die anschließend leitlinienorientiert und ergänzt durch neue Forschungsergebnisse im Plenum  abgerundet wurden. Die Teilnehmer konnten so auch von den spezifischen Erfahrungen der Anderen profitieren, das kollegiale Gespräch wurde fach- generationenübergreifend gefördert.

Der Basiskurs mit 40 Stunden fand im Rahmen der Ärztlichen Fortbildungswoche der ÄK WL auf Borkum statt, die Teilnehmer trafen sich zu einem Ergänzungswochenende in Münster, ein weiterer Freitag und Samstag zum Abschlusstreffen ist für den November reserviert mit je 20 weiteren Stunden.

Die bisherigen Evaluationen, die zurzeit ausgewertet und über die wir berichten werden, zeigten, dass mit diesem Weiterbildungskurs ein akzeptabler Weg zur Allgemeinmedizin gefunden wurde, der bei den TeilnehmerInnen auf gute, teilweise begeisterte Resonanz stieß.

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